Veranstaltungen
21. Juli 2004: Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher/innen
Berlin, 08. Juli 2004
JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte) fordert Strategie zur Hepatitis Prävention und Stärkung der Rechte von DrogengebraucherInnen
Das bundesweite Netzwerk der Junkies, Ehemaligen und Substituierten (JES) fordert anlässlich des bundesweiten Gedenktages für verstorbene Drogengebraucher/innen am 21. Juli, die Verantwortlichen in Politik, Medizin, und Fachverbänden dazu auf, den Blick auf neue Herausforderungen, wie z.B. die Hepatitis - Prävention zu lenken und die Rechte drogengebrauchender Menschen zu respektieren.
Immer mehr DrogengebraucherInnen versterben an den Folgen ihrer langjährigen chronischen Hepatitis C Infektion , so Marco Jesse vom bundesweiten JES Sprecherrat.
In der Behandlung und Primärprävention sind grosse Versäumnisse festzustellen. Etwa 60 ñ90% der intravenös Drogen gebrauchenden sind HCV infiziert. Etlichen HCV infizierten DrogengebraucherInnen wird der Zugang zur Interferon Behandlung aufgrund von Vorurteilen und mangelndem Fachwissen verwehrt. Hier sind die Mediziner gefordert die bereits jetzt Hepatitis C infizierte DrogengebraucherInnen erfolgreich behandeln als Multiplikatoren innerhalb der ärzteschaft zu fungieren.
ähnlich wie in der Prävention von HIV/AIDS gilt es die Kompetenzen der betroffenen drogengebrauchenden Menschen auch im Rahmen der Hepatitisprävention für eine lebensweltnahe und zielgruppengerechte Arbeit zu nutzen.
Nicht zuletzt durch das Engagement der Drogenselbsthilfe JES hat sich die Substitutionsbehandlung zur am häufigsten genutzten Behandlungsoption für HeroinkonsumentInnen entwickelt (Etwa 50.000 DrogengebraucherInnen werden derzeit substituiert).
Die Aufweichung des Datenschutzes sowie die Verknüpfung der Einwilligung zur Schweigepflichtentbindung an die Finanzierung der Behandlung durch die GKV ist nicht hinnehmbar und grenzt an Nötigung, so Claudia Schieren von JES Sprecherrat.
Der gleichberechtigte Zugang in das medizinische Versorgungsnetz und die Beachtung der ansonsten üblichen PatientInnenrechte dürfen für DrogenkonsumentInnen nicht einfach ausser Kraft gesetzt werden.
Der dringende Handlungsbedarf wird u.a. von den Gruppen des bundesweiten JES Netzwerks, Elterngruppen sowie AIDS und Drogenhilfen im Rahmen des Gedenktages am 21. Juli in vielen Städten (z.B. in Berlin, Hamburg, München, Wuppertal, Nürnberg, Braunschweig) durch Informationsveranstaltungen, Mahnwachen, Kundgebungen, Gottesdienste und andere öffentliche Veranstaltungen signalisiert.
Nachfragen und weitere Informationen:
JES Sprecherrat
-Marco Jesse-
Tel 0421 354895
Fax 0421 37623308
